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Medienmitteilung

HUSER AWARD 2025: Auszeichnung für Pioniere der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum

Der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS hat am Dienstag, 25. November 2025, im Walkerhaus in Bern den HUSER AWARD 2025 verliehen. Den HUSER AWARD haben Andreas Willi, Christoph Künzler, Peter Matter (†), Paul von Moos und Sandro de Giorgi erhalten.
Mit dieser Auszeichnung würdigt der Gehörlosenbund ihr jahrzehntelanges Engagement für mehr Barrierefreiheit und bessere Zugänglichkeit im öffentlichen Raum – insbesondere im Bauwesen und im öffentlichen Verkehr – zugunsten von gehörlosen und hörbehinderten Menschen.

Gemeinsamer Einsatz für hörbehindertengerechte Lebensräume

Die fünf Preisträger haben mit ihrem ausserordentlichen Engagement dafür gekämpft, dass Menschen mit einer Hörbehinderung sich sicher und gleichberechtigt im öffentlichen Raum bewegen können.

Dank ihrem Einsatz wurden architektonische, kommunikative und gesellschaftliche Barrieren abgebaut. Nicht zuletzt wurde auch das Thema hörbehindertengerechtes Bauen und Kommunizieren in der Schweiz nachhaltig verankert.

Pionierarbeit im Bauwesen

Die Fachexpertise von Andreas Willi, Christoph Künzler und Peter Matter (†) legten in der Arbeitsgruppe Baunorm (1996–2002) die Grundlage für das hörbehindertengerechte Bauen. Ihre Kompetenz floss in die SIA-Norm 500 ein.

Die Norm berücksichtigt unter anderem Lichtverhältnisse, visuelle Signale, Beschriftungen, akustische Qualitäten und Schalldämmung. Das sind zentrale Faktoren für ein gutes Hören und Verstehen mit oder ohne Hörhilfen.

Die SIA-Norm 500 bildet heute den Standard für barrierefreies Planen und Bauen in der Schweiz. Dadurch bleibt diese Thematik auch langfristig in der Baupraxis verankert und ist ein bedeutender Fortschritt für die Zugänglichkeit von Gebäuden für alle.

Inklusion im öffentlichen Verkehr

Der Berner Paul von Moos und der Sozialarbeiter Sandro de Giorgi setzten sich auf politischer und gesellschaftlicher Ebene für barrierefreie Kommunikation im öffentlichen Verkehr ein.

Sie engagierten sich in Arbeitsgruppen, Schulungen und Gremien, um visuelle Fahrgastinformationen, Untertitelungen, verständliche Anzeigen und einen sensibleren Umgang der ÖV-Mitarbeitenden mit Menschen mit Hörbehinderung zu fördern.

Sandro de Giorgi war zudem an der Einführung des ersten Schreibtelefons im Bahnhof Bern beteiligt – ein Meilenstein für die Kommunikation im öffentlichen Raum.

Paul von Moos vertrat während vieler Jahre die Anliegen der Interessengemeinschaft Gehörlose und Hörbehinderte IGGH in verschiedenen kantonalen Gremien und setzte sich für Inklusion, Dolmetschdienste und gebärdensprachliche Forschung ein.

Mitgründer der Interessengemeinschaft Gehörlose und Hörbehinderte IGGH

Alle fünf Geehrten waren zudem massgeblich an der IGGH beteiligt oder wirkten dort unterschiedlich über viele Jahre im Vorstand mit. Die IGGH war eine der ersten Organisationen, die die Anliegen von gehörlosen und hörbehinderten Menschen gemeinsam vertrat – unabhängig vom individuellen Grad des Hörverlusts.

Ehrung für nachhaltiges Engagement

Mit dem HUSER AWARD 2025 ehrt der Schweizerische Gehörlosenbund fünf Persönlichkeiten, die durch ihre Arbeit die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit einer Hörbehinderung langfristig verbessert haben. Ihr Engagement zeigt, wie Fachwissen, Beharrlichkeit und Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg nachhaltige Veränderungen bewirken können.

Der HUSER AWARD erinnert an den gehörlosen Aktivisten Markus Huser. Er hat sich unermüdlich für die Anerkennung der Gebärdensprachen und die Gleichstellung gehörloser Menschen in der Schweiz eingesetzt.

Die Verleihung fand am Dienstagnachmittag, 25. November 2025, im Walkerhaus in Bern statt.

Kontakt für Medien:
Ben Jud, Mediensprecher
Schweizerischer Gehörlosenbund SGB-FSS
+41 79 665 36 54 / b.jud@sgb-fss.ch

v.l.n.r: Andreas Willi, Sandro de Giorgi, Paul von Moos, Christoph Künzler

Publiziert am 25. November 2025