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Nationalkonferenz 2026: EUD betont den kontinuierlichen Einsatz

Am 7. Februar 2026 fand die Nationalkonferenz des Schweizerischen Gehörlosenbunds SGB-FSS in Bern statt. Im Zentrum standen der Austausch mit den Kollektivmitgliedern, der Besuch der European Union of the Deaf (EUD) sowie die SRG-Initiative.

Abschied von Beat Kleeb 

Zu Beginn der Konferenz nahmen wir Abschied von Beat Kleeb. Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden seines grossen Engagements. Beat Kleeb setzte sich über viele Jahre für die Gehörlosengemeinschaft ein. Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, ist es nicht. Sein Einsatz bleibt unvergessen. 

Besuch der Europäischen Gehörlosenunion (EUD) 

Die EUD war mit Sofia Isari, Präsidentin aus Griechenland, und Frankie Picron, Geschäftsführer aus Belgien, zu Gast. 

Mit 31 Mitgliedsorganisationen und starken Partnern wie dem Europäischen Behindertenforum (EDF) oder European Union of the Deaf Youth (EUDY) setzt sich die EUD auf europäischer Ebene für die Rechte gehörloser Menschen ein. 

Deren Anliegen sind vielfältig. Dazu gehören Bildung, Arbeit und Schule sowie der Zugang zu Schriftdolmetschdiensten. 

Eine klare Botschaft richtete sich auch an die Schweiz: 
„Mit der Anerkennung der Gebärdensprachen ist es noch nicht getan. Der Einsatz darf nicht aufhören.“ 

Gebärdensprache ist eine vollwertige Sprache und kein Hilfsmittel. Dieses Bewusstsein muss in der Gesellschaft stärker verankert werden. 

Auch die politische Teilhabe war Thema. Es braucht mehr gehörlose Menschen in Politik und Verwaltung – dort, wo Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden. Und nicht zuletzte haben sie bemängelt, dass gehörlose Menschen in Statistiken und Datenerhebungen oft unsichtbar bleiben. 

Digitale Entwicklung und Künstliche Intelligenz (KI) 

Die EUD sieht Chancen in der digitalen Entwicklung und bei Künstlicher Intelligenz. Sie kann den Zugang verbessern. Gleichzeitig braucht es klare Regeln. 

KI darf Menschen nicht ersetzen, insbesondere nicht Dolmetschende in sensiblen Situationen wie beim Arzt. Wichtig beim Einsatz von KI sind Transparenz, Datenschutz und Wahlfreiheit. KI soll ergänzen, nicht ersetzen. Der Mensch muss entscheiden können, wie und wann sie genutzt wird. 

SRG-Initiative und Sprachvielfalt in den Medien 

Ein weiterer Schwerpunkt war die SRG-Initiative. Die Initiative argumentiert mit Einsparungen. Dieser Eindruck kann jedoch täuschen, etwa wenn zusätzliche Abos nötig werden und Kosten steigen. Zudem ist die SRG eine wichtige Stütze für eine funktionierende Demokratie. 

Regula Rytz betonte die Bedeutung des Service public. Die Bundesverfassung (Art. 93) verpflichtet die SRG zu neutralen, vielfältigen und barrierefreien Angeboten. 

Wenn der SRG Mittel fehlen, leidet auch die Barrierefreiheit – sowohl in der Qualität als auch in der Quantität. Betroffen sind unter anderem gehörlose, schwerhörige und blinde Menschen. Auch junge Nutzerinnen und Nutzer sind betroffen, da sie SRG-Inhalte häufig über Smartphones und verschiedene Plattformen konsumieren. 

André Marthy ergänzte, dass zwar ein barrierefreies Angebot vorgeschrieben ist, aber unklar bleibt, was als „angemessen“ gilt. Der SGB-FSS setzt sich dafür ein, diese Vereinbarungen aktiv mitzugestalten. 

Wer sich weiter informieren möchte: Am 20. Februar findet die Arena zur Initiative statt. Neu wird die Sendung auch in Gebärdensprache angeboten – dank dem Einsatz des Gehörlosenbundes. 

Rückblick und Ausblick 

Im Rückblick auf 2025 wurden zahlreiche Meilensteine genannt. Dazu gehört der politische Fortschritt bei der Anerkennung der Gebärdensprachen, der einen weiteren Schritt in Richtung eines eigenen Gebärdensprachengesetzes ermöglicht. 

Ebenfalls erwähnt wurden der Ausbau von Bildungsangeboten wie der Hausgebärdensprachkurs und der Gebärdensprachlehrgang in der Romandie sowie die Weiterentwicklung des Gebärdensprachlexikons. 

Finanziell war das Jahr 2025 stabil. Dennoch bleibt Vorsicht wichtig, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Die detaillierten Zahlen folgen im Jahresbericht. 

Wir freuen uns auf die Delegiertenversammlung am 5. Juni 2026 in Yverdon mit Galaabend im Zeichen des 80-Jahre-Jubiläums. Zudem sind alle herzlich eingeladen, am 17. Februar das 80-Jahre-Jubiläum gemeinsam mit uns in Zürich oder Lausanne zu feiern.

Publiziert am 9. Februar 2026