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SRG-Gebührensenkung gefährdet Angebote in Gebärdensprache

Was im Abstimmungskampf als finanzielle Entlastung verkauft wird, kann für Menschen mit Hörbehinderungen den Verlust zentraler Informationsangebote bedeuten. Eine weitere Senkung der SRG-Gebühr erhöht das Risiko, dass barrierefreie Inhalte unter die Räder geraten.

Im Abstimmungskampf zur SRG-Gebührensenkungsinitiative «200 Franken sind genug!» wird wiederholt behauptet, dass der Service Public und der Finanzausgleich zwischen den Sprachregionen auch bei einer deutlichen Reduktion der Mittel erhalten bleiben. 

Diese Aussage greift zu kurz – insbesondere mit Blick auf Angebote in Gebärdensprache. 

Heute ist nur eine Sendungen in Gebärdensprache gesetzlich garantiert. Weitere werden nur innerhalb des bestehenden finanziellen Rahmens ermöglicht. Eine weitere Senkung der SRG-Gebühren auf 200 Franken pro Haushalt würde das Gesamtbudget der SRG massiv reduzieren. Damit steigt der Druck, Leistungen zu kürzen oder ganz zu streichen. 

Erfahrungen aus früheren Sparrunden zeigen: Angebote für Minderheiten und Menschen mit Behinderungen sind besonders gefährdet, wenn Mittel fehlen. Ohne klare gesetzliche Sicherung besteht keine Garantie, dass Gebärdensprach-Angebote im bisherigen Umfang weitergeführt werden. 

Der Schweizerische Gehörlosenbund hält fest: 
Barrierefreie Information ist Teil der demokratischen Grundversorgung. Wer den Service Public neu definieren will, muss sicherstellen, dass Menschen mit Hörbehinderungen nicht erneut vom politischen und gesellschaftlichen Diskurs ausgeschlossen werden. 

Eine ehrliche Debatte über die SRG-Zukunft muss diese Konsequenzen offen benennen. Alles andere blendet die Auswirkungen auf einen Teil der Bevölkerung aus.

Publiziert am 14. Januar 2026